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Newsletter März 2026

Liebe Vereinsmitglieder, Liebe Freund:innen der GWK,


Nach einer kurzen Sendepause von unserer Seite hier News vom Freundeskreis mit Veranstaltungen und einem Sonderteil zum Tod von Prof. Bernward Wember.

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28. April, 18 Uhr – Freundschafts-Lounge @Sleek mit Christian Bracht


Christian Bracht ist seit über 20 Jahren Medienunternehmer in Berlin und u.a. Herausgeber der Medienmarke SLEEK. Darüber hinaus ist er der Vorsitzende des Freundeskreises der UdK Berlin und Mitglied des Präsidiums des German Design Council.

4. Juni 2026, 18 Uhr – GWK-Jahresfest in der Mierendorffstraße

Haltet Euch den 4. Juni 2026 frei! Zum vierten Mal feiern wir mit allen Freund:innen der GWK unser Jahresfest. Ab 18 Uhr – Einladung folgt!

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Neuer Vorstand des Freundeskreises

Auf der Mitgliederversammlung im Februar wurde der Vorstand neu gewählt. Zu den bewährten Vorstandsmitgliedern Armin Speer, Klaus Sielker, Wiebke Dreyer, gregor c. blach und Dr. Mirus Fitzner kommen zwei neue hinzu, die wir Euch kurz vorstellen wollen.

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Anja Krutzke

Abschlussjahr 2001 –

Head of Change + Internal Communication bei CBE DIGIDEN Berlin

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Louis Peter Meier

Abschlussjahr 2025 –
Social Media Manager & KI-Berater bei familie redlich AG in Berlin

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Bye bye Till!

Wir verabschieden uns von Till Hasbach. Till war vier Jahre lang Vorstandsmitglied und hat mit großer Verve und Intensität den Freundeskreis vergrößert und mitgestaltet. Wir danken Dir!

Till konzentriert sich jetzt noch stärker auf sein Innovation Game "Moonshot" und auf seine Tätigkeiten als Dozent und Berater.

Professor Bernward Wember (28.8.1941–21.11.2025)

Am 21. November 2025 starb Bernward Wember. Er war viele Jahre Professor für Medientheorie an der Hochschule der Künste. Wir haben zwei Nachrufe von Ehemaligen erhalten, die wir gern mit Euch teilen möchten. Wir danken Mathias Claus, Andrea Peters, Loretta Walz und Dr. Benedikt Berg-Walz für das Engagement.

Für jene, die Professor Wember nicht mehr kennengelernt haben, haben wir seine wichtigsten online verfügbaren Videos zusammengestellt, um einen Einblick in sein Schaffen zu geben.

Auf der Trauerseite des Tagesspiegel könnt Ihr selbst Eure Gedanken teilen, wie es einige von Euch auch schon gemacht haben.

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Ausschnitt aus "Wie informiert das Fernsehen?" von 1975

Mit der Formulierung "Text-Bild-Schere" und dem dazugehörigen Konzept hat sich Bernward Wember in der Medientheorie unsterblich gemacht.

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Vergiftet oder Arbeitslos (1982)

Das Thema der Sendung – Umweltschutz gegen Wirtschaftsinteressen – ist natürlich brandaktuell. Doch höchst ungewöhnlich ist der Einsatz der filmischen Mittel. Für diesen Film gewann Wember den Deutschen Kritikerpreis.

Online ist nur die erheblich gekürzte Fassung verfügbar, die damals ausgestrahlt wurde. Zur Rezeptionsgeschichte informiert Wikipedia.

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Die Schaukel (Kurzfilm, 1968)

Bernward Wember hat zahlreiche andere Filme konzipiert und gedreht. Dieser Kinderfilm ist der einzige, der online verfügbar ist.

Darüber hinaus hat Bernward Wember in enger Verbindung mit seinem audiovisuellen Schaffen auch publiziert. Seine Bücher zum Dokumentarfilm und zum Fernsehen sind nurmehr antiquarisch verfügbar. Nach der Hochschulkarriere hat Wember sich umfangreich mit steinzeitlichen Kulturen beschäftigt, der Band "Große Steine auf Rügen – Steinmythos und Megalithkultur" ist noch verfügbar.

Nachruf auf Bernward Wember.

Professor, Medienwissenschaftler, Mentor

von Mathias Claus


Es muss 1979 oder 1980 gewesen sein, als ich mit drei oder vier Kommilitonen meines damaligen Fachbereichs Werbung und Kommunikationstechnik der Hochschule der Künste Berlin die Idee hatte, die für unseren weiteren Weg prägend werden sollte. Wir wollten für Bernward Wember eine Gastprofessur an unserer Hochschule. Der damalige Fachbereichsleiter gab uns sein erstes Einverständnis und wir riefen Bernward Wember in München an und fragten ihn, ob er Interesse hätte, nach Berlin zu kommen.

Ich erinnere mich noch sehr genau an dieses Telefongespräch. Wember reagierte nicht reserviert oder abwägend, er war begeistert, lobte unsere Initiative, sprach von Engagement, von Neugier und Verantwortung. Für uns ein erhebender Moment. Wichtiger aber war das Ergebnis. Wember hatte Interesse und er hatte Lust. Und seine Lust war ansteckend.


Wie genau der Weg von unserem Anruf bis zu seiner Berufung an die HdK verlief, weiß ich heute nicht mehr im Detail. Unvergessen ist mir jedoch der Tag seiner Probevorlesung. Vorab traf er sich mit uns, die ihn angesprochen hatten. Es war kein hierarchisches Gespräch, sondern ein Austausch auf Augenhöhe. Diese Haltung sollte sein Wirken als Professor prägen.

In seiner Lehre ging es um die Informationspraktiken des Fernsehens, um Verantwortung, um Dramaturgie und viel auch um die damals noch jungen Phänomene der aufkommenden privaten Fernsehsender und der Offenen Kanäle. Wember verstand Medien nie als neutrale Übertragungsmaschinen. Für ihn waren es gestaltete Wirklichkeitsangebote, deren Form, Perspektive und Inszenierung entscheidend sind für das, was beim Publikum ankommt und eben auch das, was nicht ankommt. Manchmal auch bewusst und manipulativ nicht ankommen sollte.

1983 reichte ich meine Diplomarbeit bei ihm ein. „Der beteiligte Zuhörer – Über das Spannungsverhältnis zwischen Konsumenten und Produzenten beim Hörfunk“. Meine zentrale These: die Einbahnstraße der Medien – hier die Produzenten, dort die Konsumenten – muss und kann überwunden werden. Heute, im Zeitalter sozialer Medien, wirkt diese Überlegung fast selbstverständlich. Damals war sie es nicht.


Den Konsumenten zum Produzenten zu machen. Bernward Wember nahm meine Gedanken sehr ernst. Wir trafen uns häufig, diskutierten, stritten, schärften Begriffe. Er versorgte mich mit Hinweisen, mit Gegenargumenten, mit Ermutigung. Er war Erstgutachter meiner Arbeit und ebenso ein Mentor, der mein Denken forderte, ohne es zu lenken.

Auch nach meinem Abschied von der Hochschule blieb der Kontakt bestehen. Ich unterstützte ihn bei der Medienarbeit zu seinem Film „Vergiftet oder arbeitslos“ (1982 im ZDF urgesendet), einem Werk, das beispielhaft für sein medientheoretisches und publizistisches Selbstverständnis steht. Der Film thematisiert den Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie und macht sichtbar, wie industrielle Landwirtschaft, Chemie und Natur in Kreisläufe gezwungen werden, deren Konsequenzen verdrängt oder vereinfacht werden.

Wember war parteiisch und vermittelte jedem seinen Standpunkt. Er provozierte damit den im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft missverstandenen Anspruch auf „Ausgewogenheit“ innerhalb einer einzelnen Sendung. Stattdessen argumentierte er für Binnenpluralität. Nicht jede Sendung oder jeder Beitrag müsse alles ausgleichen, wohl aber das Gesamtprogramm. Diese Haltung war medienethisch fundiert, journalistisch mutig und ist bis heute aktuell.


Sprecher und Erklärer im Film ‘Vergiftet oder Arbeitslos‘ war Gustl Bayrhammer, dessen ruhige, zugleich eindringliche Präsenz die Bildergeschichte trug. Die zunächst ungewohnte, dann zunehmend faszinierende Bilddramaturgie machte sichtbar, dass abstrakte Debatten die Abhängigkeit der Landwirtschaft von industriellen Produktionsweisen und deren ökologischen Kosten meist verdecken.

1985 entstand eine gemeinsame Idee. Wir wollten einen Wahlwerbespot für die Grünen in einer ähnlichen Ästhetik und Radikalität wie „Vergiftet oder arbeitslos“ drehen. Damals war ich Pressesprecher der Alternativen Liste im Berliner Abgeordnetenhaus und wir beide fuhren gemeinsam zum Parteitag der Grünen nach Hagen, um dort Wembers Konzept für den Spot vorzustellen. Bayrhammer hatte ihm mündlich zugesagt mitzumachen. Wember wollte den Film ohne Honorar realisieren, lediglich die Kosten sollten gedeckt werden.

Doch in Hagen liefen wir gegen Wände. Das Konzept galt als „zu professio- nell“, „nicht authentisch genug“. Am Ende entschied man sich für eine alternative Mediengruppe aus Köln, die Wahlwerbespots auf VHS produzierte. Die eher peinlichen Ergebnisse sind vermutlich noch heute auf YouTube zu finden. Auf der Rückfahrt nach Berlin ärgerten wir uns, lachten aber auch. Wember zitierte sinngemäß, dass man in Hagen glaube, der Wurm müsse dem Angler schmecken, nicht dem Fisch.


Mitte der 1980er Jahre verloren wir uns aus den Augen. Wir begegneten uns noch einige Male. Wember lachte herzlich, als ich ihm erzählte, dass ich inzwischen Pressesprecher der Schering AG war. Andere in meinem Umfeld nahmen mir diesen Schritt übel. Wember nicht. Für ihn war Professionalität kein Gesinnungsmerkmal, sondern eine Haltung.

Bernward Wember war mein Professor. Er war der Gutachter meiner Diplomarbeit. Vor allem aber war er über lange Zeit ein Mentor und eine prägende Persönlichkeit in meinem Leben. Gespräche mit ihm fanden stets auf Augenhöhe statt – klug, offen, respektvoll.

Ich bedaure heute, dass wir beide den Kontakt nicht aufrechterhalten haben. Als ich seine Traueranzeige las, ließ mich das nicht mehr los. Erinnerungen kamen zurück, Gedanken, Gespräche, eine verhältnismäßig kurze, aber sehr intensive gemeinsame Zeit vor mehr als vierzig Jahren.

Bernward Wember steht für eine Medienkompetenz, die Haltung und Handwerk verbindet. Für eine Wissenschaft, die sich nicht im Abstrakten verliert. Für Lehre, die Studierende ernst nimmt. Und für einen Begriff von Aufklärung, der Komplexität sichtbar und greifbar macht.

Er fehlt. Als Professor. Als Medienwissenschaftler. Und als Mensch. Mein Respekt und mein Beileid gilt seiner Familie und seinen engen Freunden.

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Prof. Bernward Wember – Erinnerungen an 40 Jahre

von Dr. Benedikt Berg-Walz


Wie viele Studierende habe ich Bernward Wember im Rahmen seiner Vorlesungen im GWK-Grundstudium kennengelernt. Das war Mitte der 80er Jahre und all seine Lehrveranstaltungen haben mich von Anfang an interessiert, zum Teil auch fasziniert. Seine Herleitungen der „Bild-Text-Schere“ in seiner TV-Kritik „Wie informiert das Fernsehen“ haben mich überzeugt, seine Kritik an der Informationsvermittlung der TV-Beiträge sehr beeindruckt.


Im Hauptstudium hat er dann unsere Projektgruppe intensiv unterstützt, meine Verbindung zu Bernward wurde intensiver und er bot mir an, sein Tutor zu werden. Klar war: Meine Diplom-Arbeit schreibe ich bei ihm. Intensive, auch persönliche Gespräche und inhaltliche Auseinandersetzungen begleiteten meinen Weg zum GWK-Diplom.

Ende der 80er Jahre beschloss ich, Berlin, die damalige Mauerstadt, zu verlassen und in „West-Deutschland“ zu arbeiten. Aber Bernward hat meinen weiteren Lebensweg wieder beeinflusst – denn Anfang des Jahres 1990 fragte er mich, ob ich sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter werden wolle. In mühsamen Verhandlungen hatte Bernward nämlich erreicht, dass er endlich eine Mitarbeiter-Stelle erhält. So habe ich meine Pläne, Berlin zu verlassen, wieder aufgegeben und bin nach Berlin zurückgezogen – und am Ende war ich 35 Jahre lang in der Stadt. Aber auch danach ist unsere Verbindung zum Glück nie abgerissen – bis hin zum Schluss, auch über Kontinente und mittlerweile 10.000 km Entfernung zu Berlin.

Diese HdK-Jahre als Bernwards Mitarbeiter haben mir sehr, sehr viel gegeben. Denn nicht nur die Zusammenarbeit mit ihm hat an Intensität und Vertrautheit gewonnen, ich habe viele Lehrveranstaltungen angeboten und Kontakte zu Studierenden aufbauen können, die zum Teil bis heute – 30 Jahre nach meinem Ausscheiden aus der HdK – lebendig sind.

Und natürlich meine Promotion mit Bernwards intensivster Begleitung: Ich war der erste GWKler, der an der HdK promovieren konnte. Da es aber damals noch keine GWK-Promotionsordnung gab, musste ich den Umweg über die HdK-Medienpädagogen nehmen. Prof. Austermann war daher neben Bernward mein zweiter Doktorvater.

Auch dafür bin ich Bernward dankbar, ohne ihn wäre mein Lebensweg ganz anders verlaufen.


Er war auch Vorbild darin, sich nicht unterkriegen zu lassen und klein zu machen. Sein Kampf zum Beispiel gegen das ZDF und den Verband der chemischen Industrie im Zuge seines Films „Vergiftet oder arbeitslos“ sei hier genannt. Oder seine Auseinandersetzungen, seine Forderungen, seine hohen Ansprüche an die Hochschule, sei es auf Institutsebene oder in den verschiedenen HdK-Gremien bis hin zum Präsidenten, wo er sich gegen verkrustete Hierarchien und für mehr Mitbestimmung eingesetzt hat.

Gelegentlich hat Bernward seinen Blick, ab wann der Kampf gegen die Institutionen ein verlustreicher Kampf gegen Windmühlen wird, erst spät geöffnet. Die Wunden, die die Windmühlen schon geschlagen hatten, haben ihn zum Teil lange geschmerzt. Aber auch das war immer Bernward: Sich nicht unterkriegen zu lassen.

Das ist für mich auf ganz wenige Worte konzentriert mein Professor, mein Chef, mein Mentor und schließlich mein Freund Bernward Wember: Sich nicht unterkriegen lassen!

In den vier Jahrzehnten habe ich auch Bernwards Kampf, Mühen, zum Teil Qualen mit seiner gesundheitlichen Situation miterlebt – und seine ungeheuere Disziplin, gegen die Krankheit anzukämpfen. Er war so eisern, streng und fordernd mit sich selbst – und so gebend und großzügig zu mir.

Zum Schluss ging es nicht mehr, mit 84 Jahren war der Kampf für ihn nicht mehr zu bewältigen. Vor seinem Entschluss, selbst den Zeitpunkt zu wählen, wann er aus dem Leben geht, habe ich allerhöchsten Respekt. Und ebenso vor der intensiven Begleitung durch seine Witwe Martina Wember auch beim Abschied. Ich danke ihr sehr dafür.


Bernward, du fehlst mir, du wirst mir fehlen und ich danke dir von Herzen.

Freundeskreis GWK e.V. 

c/o Klaus Sielker, Osteresch 44 , Hamburg , DE 

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